Geschäftshaus und Hotel
Leipzig | Hainspitze

Neubau

Bauherr: Centrum Leipzig, Hainspitze GmbH
Bauzeit: 2012 – 2016 | LPH 1-4

Auf dem ehemaligen Grundstück der großen Tuchhalle an der „Hainspitze“ in Leipzig entsteht ein hochwertiges Geschäftshaus mit Einzelhandelsnutzungen und einem Hotel.

Die Tuchhalle stellte einen wichtigen Umschlagplatz für Leipziger Stoffhändler dar. Schließlich lag die Hainspitze früher an den wichtigsten alten Handelswegen: der ost-west-führenden „via regia“, der Handelsstraße, die im Westen Santiago de Compostela mit Moskau im Osten verband und der nord-süd-führenden „via Imperii“. Diese stellte eine der wichtigsten Routen von Rom im Süden bis an die Ostsee und die Hansestädte im Norden dar.

An der Stelle der 1837 erbauten und 1943 im Krieg zerstörten Tuchhalle wird nach jahrzehntelanger Brache der Kriegsschaden in zentraler Lage geschlossen und der Gesamteindruck der historischen Mitte Leipzigs wiederhergestellt.

In dem neuen Gebäude entstehen Einzelhandelsflächen unterschiedlicher Größe mit direktem Zugang von der Hainstraße und dem Brühl. Die geplante Hotelnutzung ist ab dem 2.Obergeschoss vorgesehen.

Die Konstruktion des Gebäudes geht dabei auf die unterschiedliche Bedürfnisse des Einzelhandels ein und weist durch die bewusste Wahl des statischen Systems eine hohe Flexibilität auf. Dieses machte auch die nachträgliche Integration einer Hotelnutzung möglich.

Mit der aus einem Fassadenwettbewerb hervorgegangenen Fassade des Büros Ortner+Ortner fügt sich das Objekt in den historischen Kontext ein.

Das Geschäftshaus wurde nach DGNB (Platin) zertifiziert.

Erläuterung Gesamtkonzept

Nach Aufgabe der Klinik an der Holwedestraße ist vorgesehen, das Grundstück für eine Wohn- und Quartiersnutzung bereitzustellen. Für das Gesamtgrundstück soll nach dem derzeitigen Stand zu gegebener Zeit ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden. Unabhängig vom Ergebnis des geplanten Wettbewerbs klammert die vorliegende Machbarkeitsstudie das historische Altgebäude aus diesem Prozess aus. Die Studie bezieht sich lediglich auf dessen Gebäudebestand und die unmittelbar angrenzende Freifläche (wobei unterstellt wird, dass die Parkfläche zwischen dem Altbau und der Oker nach einer Neugestaltung von einer Bebauung freigehalten wird). Wünschenswert ist die Realisierung von preisgünstigem Wohnungsbau zu erschwinglichen Mieten auf den zu bebauenden Flächen. Die Planung zur Machbarkeitsstudie sieht im Erdgeschoss und teilweise im Untergeschoss quartiersnahe Nutzungen vor. In den Obergeschossen ist Wohnen in vielfältiger Form geplant: Nutzungen für größere Wohngruppen, Wohngemeinschaften, studentisches Wohnen und Loft-Ateliers. Die Frage des Bedarfes und der Anordnung von Stellplätzen ist im Rahmen des o.g. Wettbewerbes zu klären. Denkbar ist eine Anbindung des Untergeschosses an eine mögliche Tiefgaragenebene unterhalb der neuen Wohnbebauung. Überwiegend ist an Carsharing gedacht mit entsprechend geringem Bedarf an Stellplätzen.