Wohnbebauung
Braunschweig | Inselwall 13

Neubau

Bauherr: privat
Bauzeit: 2015 – 2016 | LPH 1-8

Das Grundstück liegt im exponierten innerstädtischen Grüngürtel, der im ausgehenden 18. Jahrhundert, als die Festungsgewerke und Wallanlagen ihre Funktion verloren hatten, um die mittelalterliche Kernstadt angelegt worden war.

Trotz des vergleichsweise kleinen Bauvorhabens waren ein Schadstoffgutachten, eine Altlastenbeseitigung, Baugrunduntersuchung, Beweissicherung, Kampfmittelsondierung und Grenzfeststellung erforderlich und zu guter Letzt spielten der Baum- sowie der Denkmalschutz eine bestimmende Rolle.

Vorgaben aus der „Wallsatzung“, die sich eher an der Architektur der Gründerzeitjahre orientierten, waren zwingend einzuhalten: Gebäudebreiten, Traufhöhen, Fassadenflächen, Gestaltungselemente wie Gesimse, Schmuckbänder, Lisenen, Eckbetonungen, Lage der Hauseingänge und Einfriedungen.

Unter diesen strikten Bedingungen entstand ein souveränes, klares Gebäude. Außen wird es geprägt durch den dunkelroten Klinker, innen durch dezente Böden aus Jurakalkstein und Eiche, Weiß für Decken, Wände, Türen und Einbaumöbel. Das Erdgeschoss mit Küche, Ess- und Wohnbereich ist offen gestaltet und nur durch Wandscheiben unterteilt. Der obere Wohnbereich mit Galerie, ebenfalls bodentiefen Fenstern und hellen Oberlichtern wird lichtdurchflutet mit freiem Blick in die Parklandschaft.

Erläuterung Gesamtkonzept

Nach Aufgabe der Klinik an der Holwedestraße ist vorgesehen, das Grundstück für eine Wohn- und Quartiersnutzung bereitzustellen. Für das Gesamtgrundstück soll nach dem derzeitigen Stand zu gegebener Zeit ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden. Unabhängig vom Ergebnis des geplanten Wettbewerbs klammert die vorliegende Machbarkeitsstudie das historische Altgebäude aus diesem Prozess aus. Die Studie bezieht sich lediglich auf dessen Gebäudebestand und die unmittelbar angrenzende Freifläche (wobei unterstellt wird, dass die Parkfläche zwischen dem Altbau und der Oker nach einer Neugestaltung von einer Bebauung freigehalten wird). Wünschenswert ist die Realisierung von preisgünstigem Wohnungsbau zu erschwinglichen Mieten auf den zu bebauenden Flächen. Die Planung zur Machbarkeitsstudie sieht im Erdgeschoss und teilweise im Untergeschoss quartiersnahe Nutzungen vor. In den Obergeschossen ist Wohnen in vielfältiger Form geplant: Nutzungen für größere Wohngruppen, Wohngemeinschaften, studentisches Wohnen und Loft-Ateliers. Die Frage des Bedarfes und der Anordnung von Stellplätzen ist im Rahmen des o.g. Wettbewerbes zu klären. Denkbar ist eine Anbindung des Untergeschosses an eine mögliche Tiefgaragenebene unterhalb der neuen Wohnbebauung. Überwiegend ist an Carsharing gedacht mit entsprechend geringem Bedarf an Stellplätzen.