Postwohnheim
Hannover-Kleefeld |
Lathusenstrasse

Neubau

Bauherr: Gemeinnützige Deutsche Wohnungsbaugesellschaft mbH
Bauzeit: 1987-1988 | LPH 1-4

Es galt, ein Gebäude für ‚Wohnen in Gemeinschaft‘ mit 332 Appartements zu planen. Dabei war von kurzfristigen Aufenthalten bis hin zu einer längerfristigem Nutzung auszugehen. Sowohl das Bedürfnis nach Individualität wie auch der Wunsch nach Kommunikation waren im Entwurf zu berücksichtigen und in allen Bereichen in zwangloser Atmosphäre zu gewährleisten.

Am zentralen Vorplatz liegen alle Hauptzugänge, ein Brunnen als Treffpunkt und wichtige Gemeinschaftseinrichtungen wie Mehrzweckraum und Caféteria mit Terrasse, die den Hofinnenbereich mit Leben füllen. In den Obergeschossen des Hauptgebäudes sind die Appartements für die Kurzzeitbewohner in überschaubaren Gruppen von 8-12 Bewohnern zusammengefasst. Den ruheorientierten Bedürfnissen der Langzeitbewohner wird durch Appartements in fünf Einzelhäusern Rechnung getragen, die über einen Verbindungsgang von den Treppenhäusern des Hauptgebäudes erreicht werden.

Für die Außenhaut der Gebäude kamen überwiegend traditionelle Materialien und handwerkliche Details zur Anwendung, die eine wohnliche Atmosphäre schaffen, baubiologisch geeignet und wirtschaftlich vertretbar sind: Außenwände mit hinterlüftetem Ziegelverblendmauerwerk sowie geneigte, ziegelgedeckte Dächer. Heute wird das Gebäude als Hotel genutzt.

Erläuterung Gesamtkonzept

Nach Aufgabe der Klinik an der Holwedestraße ist vorgesehen, das Grundstück für eine Wohn- und Quartiersnutzung bereitzustellen. Für das Gesamtgrundstück soll nach dem derzeitigen Stand zu gegebener Zeit ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden. Unabhängig vom Ergebnis des geplanten Wettbewerbs klammert die vorliegende Machbarkeitsstudie das historische Altgebäude aus diesem Prozess aus. Die Studie bezieht sich lediglich auf dessen Gebäudebestand und die unmittelbar angrenzende Freifläche (wobei unterstellt wird, dass die Parkfläche zwischen dem Altbau und der Oker nach einer Neugestaltung von einer Bebauung freigehalten wird). Wünschenswert ist die Realisierung von preisgünstigem Wohnungsbau zu erschwinglichen Mieten auf den zu bebauenden Flächen. Die Planung zur Machbarkeitsstudie sieht im Erdgeschoss und teilweise im Untergeschoss quartiersnahe Nutzungen vor. In den Obergeschossen ist Wohnen in vielfältiger Form geplant: Nutzungen für größere Wohngruppen, Wohngemeinschaften, studentisches Wohnen und Loft-Ateliers. Die Frage des Bedarfes und der Anordnung von Stellplätzen ist im Rahmen des o.g. Wettbewerbes zu klären. Denkbar ist eine Anbindung des Untergeschosses an eine mögliche Tiefgaragenebene unterhalb der neuen Wohnbebauung. Überwiegend ist an Carsharing gedacht mit entsprechend geringem Bedarf an Stellplätzen.