Wohnhaus
Braunschweig

Umbau | Denkmalschutz | Neubau

Bauherr: privat
Bauzeit: 2007-2008 | LPH 1-8

Bereits im Jahre 1865 errichtet, befand sich das ehemalige Wohnhaus für Gesinde früher im sogenannten herzoglichen Küchengarten. Heute ist es von Bauten der Gründerzeit umgeben. Ursprünglich in vier Wohnungen aufgeteilt, wurde es 1983 umgebaut und als Büro genutzt.

Mit dem jetzt erfolgten Umbau und umfassender Sanierung, im 1. Obergeschoss wurden die Dachkonstruktion und das Fachwerk durch ein inneres Korsett verstärkt, die Gebäudehülle bauphysikalisch erneuert und somit ein nachhaltiger Bestand gesichert.


Im östlichen Grundstücksbereich erfolgte ein eingeschossiger Anbau. Als Außenmauerwerk wurden Abbruch- Ziegel verwendet. Zwischen Alt- und Neubau vermittelt ein transparenter Glaskörper. Die Reduzierung auf wenige Materialien wie Ziegel, Ortsterrazzo, Dielenboden, Stahl und regionalen Elm-Kalkstein schafft eine ruhige Atmosphäre. Akzentuiert wird in Teilbereichen die innere Fachwerkkonstruktion freigelegt.

Erläuterung Gesamtkonzept

Nach Aufgabe der Klinik an der Holwedestraße ist vorgesehen, das Grundstück für eine Wohn- und Quartiersnutzung bereitzustellen. Für das Gesamtgrundstück soll nach dem derzeitigen Stand zu gegebener Zeit ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden. Unabhängig vom Ergebnis des geplanten Wettbewerbs klammert die vorliegende Machbarkeitsstudie das historische Altgebäude aus diesem Prozess aus. Die Studie bezieht sich lediglich auf dessen Gebäudebestand und die unmittelbar angrenzende Freifläche (wobei unterstellt wird, dass die Parkfläche zwischen dem Altbau und der Oker nach einer Neugestaltung von einer Bebauung freigehalten wird). Wünschenswert ist die Realisierung von preisgünstigem Wohnungsbau zu erschwinglichen Mieten auf den zu bebauenden Flächen. Die Planung zur Machbarkeitsstudie sieht im Erdgeschoss und teilweise im Untergeschoss quartiersnahe Nutzungen vor. In den Obergeschossen ist Wohnen in vielfältiger Form geplant: Nutzungen für größere Wohngruppen, Wohngemeinschaften, studentisches Wohnen und Loft-Ateliers. Die Frage des Bedarfes und der Anordnung von Stellplätzen ist im Rahmen des o.g. Wettbewerbes zu klären. Denkbar ist eine Anbindung des Untergeschosses an eine mögliche Tiefgaragenebene unterhalb der neuen Wohnbebauung. Überwiegend ist an Carsharing gedacht mit entsprechend geringem Bedarf an Stellplätzen.